Pulitzer für NSA-Berichte: Washington Post und Guardian ausgezeichnet

Sig Gissler gibt in der School of Journalism n der Columbia University die Pulitzer-Gewinner bekannt. © Domenico Sciurti

Sig Gissler gibt in der School of Journalism an der Columbia University die Pulitzer-Gewinner bekannt. © Domenico Sciurti

Der Pulitzerpreis in der Kategorie „Public Service“ geht in diesem Jahr an die Washington Post und die US-Webseite des Guardians. Geehrt wurden die Institute für die Berichterstattung über die Abhörvorfälle des amerikanischen Geheimdienstes National Security Agency (NSA). „Die Veröffentlichungen haben die sehr wichtige Diskussion über die Balance zwischen Privatsphäre und Sicherheit angeregt“, begründete Sig Gissler vom Pulitzer-Kommitee nach der Bekanntmachung an der Columbia University in New York.

Maßgeblich verantwortlich für die Publikationen über die NSA-Machenschaften sind Barton Gellmann von der Washington Post sowie Glenn Greenwald, Laura Poitras und Ewan MacAskill (The Guardian US). Die Enthüllungen basieren auf interne NSA-Dokumente, die durch den ehemaligen Mitarbeiter und nun im Exil lebenden Edward Snowden an die Öffentlichkeit gelangten. Dass die Medienhäuser für diese Publikationen den begehrenswerten Preis erhalten haben, bewerten viele als Anerkennung Snowdens und seiner Entscheidung, staatliche Geheimdokumente zu veröffentlichen. In den Vereinigten Staaten gilt Edward Snowden seit der Bekanntmachung der weltweiten Spionagemaßnahmen als Verräter. Ihm droht eine Gefängnisstrafe.

Glenn Greenwald und Laura Poitras beantworten während einer Pressekonferenz im Roosevelt Hotel in Manhattan, New York, Fragen der Journalisten © Domenico Sciurti

Glenn Greenwald und Laura Poitras beantworten während einer Pressekonferenz im Roosevelt Hotel in Manhattan, New York, Fragen der Journalisten © Domenico Sciurti

Bevor bekannt wurde, dass die Medienhäuser, für die sie arbeiten, den begehrenswerten Pulitzerpreis bekommen, waren Greenwald und Poitras am vergangenen Freitag nach langer Abwesenheit erstmals wieder in die Vereinigten Staaten gereist. Greenwald lebt in Rio de Janeiro, Brasilien, im Heimatland seines Partners David Michael Miranda. Poitras lebt in Berlin, sie hat ihre Heimatstadt New York das letzte Mal gesehen, bevor sie im Mai 2013 nach Honk Kong geflogen war, um Edward Snowden zu treffen. Befürchtungen, die beiden könnten bei Ankunft am JFK-Flughafen in New York verhaftet werden, wurden nicht bestätigt. Greenwald, Poitras sowie die Kollegen Gellmann und MacAskill nahmen später am Tag im Roosevelt Hotel in Manhattan den George Polk Award für „National Security Reporting“ der Long Island University entgegen. Poitras widmete die Auszeichnung in ihrer anschließenden Rede sogleich Edward Snowden und auch die anderen Journalisten lobten den Mut des jungen Flüchtigen.

Folgendes Handy-Video zeigt die Reden der mit dem George Polk Award ausgezeichneten Journalisten Glenn Greenwald, Laura Poitras, Barton Gellmann sowie  Ewan MacAskill:

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